HALLAM LONDON

INDIE ROCK / POSTPUNK

Hallam London

Hallam London ist musikalischer Pendler zwischen seinem Wohnort Dresden und dem nordenglischen Sheffield. Nicht nur hat jene Stadt großartige Bands hervorgebracht, die zu Hallams bedeutendsten Einflüssen zählen, sondern sie ist auch die Heimatstadt des Texters Ian Badcoe, mit dem Hallam seit einigen Jahren zusammenarbeitet und der sämtliche Texte des in Bälde erscheinenden neuen Albums Be Yourself in 11 Easy Lessons geschrieben hat. Und nun hat auch noch der ebenfalls in Sheffield lebende Produzent Dave Sanderson (Reverend and the Makers, 65daysofstatic) das genannte Album ebenso wie Hallams neue Single Run For Your Life produziert.

Hallam London: Pride!

Der Song Run For Your Life kombiniert den britisch beeinflussten Indie-Rock des Albums mit tanzbarem Synthpop. Er ist eine sarkastische Abrechnung mit der lächerlichen Homophobie die behauptet, gleiche Rechte für alle bedeute, jenen etwas wegzunehmen, die diese Rechte bereits haben. Geschrieben hat ihn Hallam aus Wut über die auch im 21. Jahrhundert nicht abreißenden reaktionären Debatten über die Ehe für alle. Dave Sanderson hat dann kongenial die musikalische Essenz des Songs als tanzbaren Indietrack herausgekitzelt.

Hallam London

Dass Hallam neben der Musik auch den Songtext selbst geschrieben hat, ist eine Ausnahme. So kam es denn auch, dass er auf der Suche nach neuem Textmaterial ein britisches Lyrikforum aufgesucht und darüber den Texter Ian Badcoe kennengelernt hat. Entstanden sind aber nicht einfach nur neue Songs, sondern eine fruchtbare Kollaboration und eine wundervolle Freundschaft. Ians Texte heben sich in ihrer intelligenten Tiefgründigkeit, ihrem geistreichen Humor und ihrer klangvollen Sprache deutlich vom gängigen Pop-Einerlei ab.

Das kann man auch ruhigen Gewissens von den Texten von Hallams Vorgänger-Album Not Afraid Of Greatness behaupten: die vor über 400 Jahren geschriebenen Sonette von William Shakespeare. Die aus den Gedichten entstandenen elektronischen Avantgarde-Popsongs wurden als «bezaubernd, magisch, irritierend … raffiniert und vielgestaltig komponiert» charakterisiert; Hallam selbst als wagemutiger Komponist gewürdigt.